Land-News

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Samstag, 9. Dezember 2017

Des einen Freud...










Die Hunde lieben Schnee. Besonders der Große findet dieses Wetter leonbergerisch. Er legt sich einfach in den Schneehaufen den "Herrchen" beim Schippen aufgetürmt hat und seine Welt ist in Ordnung. So lässt er sich notfalls einschneien. Auf seinem Fell schmilzt keine Flocke.
Der Kleine bewegt sich lieber. Er ist ja felltechnisch nicht so gut ausgerüstet. Und mit seinem Elan zieht der den Großen hin und wieder mit.


...des anderen Leid



Die Hühner finden den Schnee gruselig. Sobald eine durchgehend weiße Fläche zu sehen ist, ziehen sie den Kopf beim Hinausschauen sofort wieder zurück und bleiben lieber im Stall. Dieses Perlhuhn hat sich wohl vertan. Es ist von diesem Jahr und wollte anscheinend doch mal gucken, was das da draußen ist. Da stand es nun, etwas verloren und wusste nicht mehr zurückzukommen. Auf sein Rufen antworteten die anderen zwar, aber niemand ließ sich blicken. Der Schnee lag inzwischen recht hoch für die kleinen Füßchen. Und dass es die Flügel benutzen kann, darauf ist es nicht gekommen. Ich habe rund um den Stall einen Weg freigeräumt, damit auch das andere Geflügel ein wenig draußen herumlaufen kann und dem Perlhühnchen den Weg gezeigt. Es schien erleichtert, als es in den Stall zurückhüpfte, denn es begrüßte gleich seine Truppe. 

Dienstag, 28. November 2017

Der Kurzhaarcollie ...

... aus Sicht einer Halterin 


Dieser Beitrag soll kein Rasseportrait im eigentlichen Sinn sein. Über den Standard, Farben, Charakter und die Zucht, kann man in Hundebüchern oder natürlich im Internet alles an Infos finden, was man wissen möchte.
Mir geht es darum unseren Kurzhaarcollie zu beschreiben, so wie ich ihn erlebe.

Für Collies hatte ich schon immer eine Schwäche. Das üppige Langhaar, der schmale Kopf, die charakteristischen Kippohren, die ihm das entzückende Aussehen verleihen, und nicht zuletzt das sensible Wesen, das immer etwas aristokratisches an sich hat, ergeben für mich das Bild eines wunderbaren Hundes. Ganz sicher ist dieses Bild geprägt von Lassie. Auf jede Folge habe ich als Kind sehnsüchtig gewartet. Und wenn sie vorbei war, habe ich meinen Eltern in den Ohren gelegen, gebittet und gebettelt, dass sie mir meinen Wunsch nach einem Hund erfüllen. Bekommen habe ich leider nur einen Stoffpudel. Erst im Erwachsenenalter bekam ich endlich meinen eigenen Hund. Ein Collie war mir damals für meine kleine Wohnung zu groß und ich entschied mich für die kleinere Variante - den Sheltie. Diese Rasse ist zwar als eigenständig anzusehen, aber sie ist dem Collie sehr ähnlich.

Später zogen wir aufs Land. Wir brauchten einen größeren Hund, der aufpasst und ein bisschen was hermacht im Sinne von: könnte gefährlich sein. Zwei Hundegenerationen später bin ich wieder auf den Collie zurückgekommen. Jedoch dieses Mal auf die kurzhaarige Variante.
Wenn man - so wie ich - ein Faible für langes Fell hat, ist der Kurzhaarcollie zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber inzwischen gefällt er mir genauso gut. Im Lauf sieht man seine Muskeln, nichts wird verdeckt durch Fell.

Otto zog im Sommer letzten Jahres bei uns ein. Acht Wochen alt, sechs Kilo schwer und mit einem mutigen Herzen. Als er das erste Mal auf unseren sechzig Kilo Leonberger traf, sah man ihm an, dass ihn dieser große Hund beeindruckte. Brego kam langsam auf ihn zu. Otto blieb tapfer stehen. Wenn er gekonnt hätte, hätte er die Fäuste in die Hüfte gestemmt, aber so richtete er sich selbstbewusst auf und sagte in Hundesprache: „Ich sage, was gemacht wird.“ Und dabei ist es geblieben. Otto ist der Chef, Brego ordnet sich unter.








Otto ist ein lebhafter Hund. Na klar, er ist ein Hütehund. Er läuft gerne. Er rennt gerne. Am liebsten in großen Bögen über eine offene Fläche, so als ob er eine Schafherde einkreist.





Er ist für alles zu begeistern, außer für Unterordnung. Klassische Übungen, wie ich sie mit Brego absolviert habe, sind für Otto eine Zumutung. Brego würde sich zehnmal hinsetzen, wenn ich es von ihm verlangen würde. Otto lässt mich spätestens beim dritten Mal stehen. Nach dem Motto: Was soll das? Ich kann das und muss das nicht andauernd wiederholen.  Er lernt viel besser situativ - sprich: Soll er irgendwo warten, z.B. vor dem Bäcker,  und sich dabei hinsetzen, macht er das (meistens) ohne Murren.
Die Spaziergänge mit Brego, der mit seinen sieben Jahren schon im Rentnerschlurf unterwegs ist, sind ihm zu langweilig. Das lässt ihn auf eigene Ideen kommen und er findet Wild zunehmend interessant, was ja gar nicht geht. Daher habe ich überlegt, was ich mit ihm machen kann, um ihn sinnvoll zu beschäftigen. Mit ihm geht nichts, was mit Tempo zu tun hat, wie Agility, Reitbegleithund oder ähnliche Sportarten, weil er in Rekordzeit aufdreht. Er braucht eine Beschäftigung, bei der er den Kopf anstrengen muss und gleichzeitig zur Ruhe kommt.
Da er gerne sucht, gehen wir nun zum Mantrailing = Personensuche. Er stellt sich gut an und ich schätze, das wird ihm Spaß machen. Zusätzlich baue ich Zielobjektsuche in unsere Spaziergänge ein.

Otto ist ein feiner Hund, der keinen Druck verträgt. Kleinste Signale reichen - wenn er denn nicht abgelenkt ist. Ich muss mir also immer etwas einfallen lassen, wie ich ihn positiv bestärken kann, um die Alltagskompatibilität hinzubekommen. Wie gesagt - Üben ist nicht.
Otto ist sehr selbstständig und "geradeaus". Inzwischen habe ich raus, welche Entscheidungen ich ihm überlassen kann und wo er meine Unterstützung braucht.

Otto ist ein freundlicher, menschenzugewandter, neugieriger Hund, der fix im Kopf ist. Anderen Hunden gegenüber ist er höflich zurückhaltend. Bei Hündinnen überkommt ihn schon mal die Begeisterung. Eine Abfuhr nimmt er gentlemanlike.
Otto fordert mich. Er braucht liebevolle Konsequenz (kann ich) und eine klare Linie (daran übe ich noch). Dann ist er ein aufmerksamer Begleiter.
Und - ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man einen Leonberger hat - er ist einfach immer sauber.




Einiges von dem, was ich hier aufgeschrieben habe, liegt natürlich im Charakter des einzelnen Hundes. Sicher gibt es Kurzhaarcollies, die begeistert auf Hundeplätzen arbeiten, tolle Agilitysportler sind oder die Streber in der Hundeschule (so wie Brego einer gewesen ist). Ich gebe hier ja nur meine Erfahrungen wieder.
Ich würde mich über Kommentare andere Kurzhaarcolliehalter freuen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Was begeistert euch am Kurzhaarcollie?

Freitag, 3. November 2017

In Kürze erscheint mein neuer Roman:


Die Sonnenreiterin






Um Sie ein wenig neugierig zu machen, gibt es hier eine Hörprobe.
Die Geschichte beginnt im September 1980. Brynja Jonadottir versucht ein Familiengeheimnis zu ergründen. Ihr manchmal kompromissloser Charakter stellt sowohl die Beziehung zu ihrer Familie als auch die noch zarte Liebe zu einem jungen Amerikaner auf die Probe.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

neue Hörprobe

Von meinem Roman Discovery auf See gibt es eine neue Hörprobe.

Einfach den link anklicken. Viel Spaß beim Zuhören.


Dienstag, 30. Mai 2017

Falken - frisch geschlüpft

Sechs Eier hatte das Falkenweibchen in unserem Blumenkasten abgelegt. Fünf Küken sind geschlüpft. Vielleicht kommt das sechste ja noch. Fünf Stück werden ihnen allerdings auch ordentlich Arbeit machen. Da muss so manche Maus gefangen werden.
Herzlich willkommen in der Welt, kleine Falken.



Sonntag, 29. November 2015

Heute ist einer dieser Tage, an denen die Dunkelheit in Dämmerung und wieder in Dunkelheit übergeht. Schwedenwetter würde ich das nennen.

Aber auch dem kann man viel Schönes entlocken. Für mich gehört Lesen dazu.
Eine spannende, interessante, unterhaltsame oder gruselige Geschichte, dazu einen Becher Kaffee und - weil heute der 1. Advent ist - ein paar Vanilliekipferl oder Spekulatius.

Besonders gut gefallen hat mir "Die Magie der kleinen Dinge" von Jessie Burton.
Eine Geschichte, die den Leser ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts entführt. Die junge Petronella (Nella) wird mit einem erfolgreichen Kaufmann verheiratet und zieht vom Dorf in die Stadt. Dort erfährt sie zunächst nur Ablehnung. Besonders ihre Schwägerin benimmt sich regelrecht feindselig.
Ein Puppenhaus - das Geschenk ihres Mannes - bringt eine unerwartete Wendung und mit Hilfe der "kleinen Dinge" kommt Petronella einem großen Geheimnis auf die Spur.

Und um noch ein wenig Werbung für mich selbst zu machen, hier eine Kurzgeschichte aus meinem Buch  "Der gestreifte Spanier":



      Katzenfutter

„Verdammtes Vieh!“ Mit einem Ruck zog Heinz die schwere Gardine vor das Fenster.
„Was ist?“, rief Lore aus der Küche.
„Eines Tages knall ich sie ab.“
„Aber Heinz, lass doch die Katze.“ Lore kam ins Wohnzimmer und mit ihr der Duft von gebratenem Fleisch.
„Sie tötet meine Vögel, diese Scheißkatze.“
„Das ist Natur. Außerdem fängt sie Mäuse. Sogar Ratten, sagt Frau Schultheiß. Sind dir Ratten im Garten lieber? Die fressen auch Vögel. Junge, die noch im Nest sitzen.“ Lore schüttelte den Kopf. Anfangs hatte sie sich über Heinz‘ neu gewonnenes Interesse gefreut. Ja, hatte ihn geradezu gedrängt, sich ein Hobby zu suchen, nachdem er seinen Beruf nicht mehr ausübte. Den ganzen Tag war er ihr vor den Füßen herumgelaufen. Ein Störenfried in ihrem gewohnten Ablauf von Einkaufen, Kochen und Putzen. Doch genauso akribisch, wie er vorher Einkommensteuererklärungen geprüft hatte, übte er nun die Vogelkunde aus.
Jeden Tag saß er stundenlang am Fenster oder im Garten und beobachtete Amseln, Meisen und Rotkehlchen. Auf seinem Schreibtisch lag ein kleines, schwarzes Buch, in das er jeden Vogel eintrug, der seinen Weg in den Garten fand. Er notierte sogar die Anzahl der Bruten und Jungtiere, die auf seinem Grund und Boden aufgezogen wurden.
Erschien eine neue Art, strahlte sein sonst so missmutiges Gesicht. Und das war mehr, als sie ihm in den letzten Jahren hatte entlocken können. Sie wollte ihm diese Leidenschaft ja gar nicht nehmen, aber es kam ihr so vor, als gehöre sie nach den vielen Ehejahren nur noch zum praktischen Inventar des Haushaltes, so wie der Allzweckreiniger.
Heinz kümmerte sich nur um die Vögel.
Wenn der Herbst nahte, stellte er gefüllte Futterhäuschen auf und hängte Meisenringe an die Zweige der Bäume.
Rund und dick wie Knödel hockten die Vögel auf den Sträuchern, dicht am Haus. Zu voll gefressen zum Singen.
Manche klopften sogar dreist mit dem Schnabel an die Fensterscheibe, wenn der Futtervorrat zur Neige ging oder sie die schmackhaftesten Körner herausgepickt hatten.
Heinz strahlte und freute sich über ihre Zutraulichkeit. Doch in Lore wuchs der Ärger. Schließlich war sie es, die mühselig den angetrockneten, scharfen Kot abkratzen musste.

Eines Morgens entdeckte Lore eine schwarz-weiße Katze, die geduckt durch den Garten schlich. Vermutlich gehörte sie den neuen Eigentümern eines der Nachbarhäuser.
Innerhalb weniger Tage stürzte sie Heinz‘ geordnete Welt ins Chaos.
Sein sorgfältig gepflegtes Vogelparadies entpuppte sich als Schlaraffenland. Die Katze pflückte ihre Opfer von den Ästen. Effizient und energiesparend.

„Hast du darüber nachgedacht, dass deine ewige Fütterei die Vögel erst zu einer leichten Beute macht? Die können doch kaum mehr fliegen“, schimpfte Lore.
„Red nicht so einen Unsinn. Bald kommt der Winter. Sie müssen gut genährt sein, damit sie ihn überstehen. Sehe ich dieses Vieh noch einmal, schieße ich ihm eine Kugel durch den Kopf“, grollte Heinz.
„Warum redest du nicht mit den Nachbarn. Wenn sie der Katze ein Glöckchen umhängen, hören die Vögel sie rechtzeitig und können wegfliegen.“ Heinz würde es fertig bringen und die Katze tatsächlich töten. Außerdem konnte Lore sich eines kleinen, fiesen Gedankens nicht erwehren. Oft wünschte sie, die Katze würde viel mehr dieser feisten Körnerfresser wegschleppen, die ihr die Fensterbänke voll kackten und Heinz volle Aufmerksamkeit genossen.
Manchmal, wenn er es nicht bemerkte, stellte sie der Katze eine Schüssel mit frischer Milch hin, damit sie auf keinen Fall das Jagdrevier wechselte.

Eines Nachmittags traf Lore ihre Nachbarin beim Einkaufen.
„Haben Sie schon gehört, Frau Krieger? Die Katze von Neuberts. Sie wissen doch. Das sind die, die in Kramers Haus gezogen sind.“ Vertraulich beugte Frau Schultheiß sich so weit vor, dass sie fast mit Lore zusammengestoßen wäre, und senkte die Stimme.
„Die Katze wurde vergiftet. Stellen Sie sich vor! Ist das nicht furchtbar? Gestern haben sie sie im Garten gefunden. Schrecklich entstellt, mit Schaum vor dem Maul. Die arme Frau Neubert hat einen Schock.“
„Gott, wie entsetzlich“, erwiderte Lore. Eilig verabschiedete sie sich und fuhr so schnell es ging nach Hause.

Heinz saß auf seinem Stammplatz und beobachtete die übergewichtigen Amseln auf der Fensterbank.
„Die Katze wurde vergiftet. Hat Frau Schultheiß mir gerade erzählt“, sagte sie barsch.
„So? Na, dann kehrt ja endlich Ruhe ein.“ Deutlich sah Lore das zufriedene Lächeln auf seinem Gesicht.

Zähneknirschend fuhr sie fort, den Kot von den Fensterbänken zu schrubben, während Heinz seine gefiederten Freunde betrachtete.
„Es kommen immer weniger Vögel in den Garten. Ich verstehe das nicht. Es ist doch alles wie immer“, bemerkte er eines Abends beim Essen.
Lore zuckte mit den Schultern. „Vielleicht haben sie einen besseren Platz gefunden.“
„Besser als hier?“ Sein Gesicht nahm auf einmal einen so traurigen Ausdruck an, als würde mit den Vögeln auch das letzte Restchen Freude aus seinem Leben verschwinden. Für einen kurzen Moment empfand Lore Mitleid mit ihm.
Heinz seufzte, dann widmete er sich wieder dem knusprig gebratenen Fleisch auf seinem Teller. Seine Lippen glänzten fettig.
„Sag mal, Lore, wie viel von diesem Sonderangebot Wachteln hast du eigentlich noch? Die schmecken richtig lecker.“



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Ich wünsche allen einen schönen, gemütlichen 1. Advent  


Montag, 23. November 2015

Am Wochenende gab es Schnee. Nicht viel, aber so, dass der Boden bedeckt war. Außerdem sind die Temperaturen auf den Gefrierpunkt gefallen.
Dieser deutliche Wintereinbruch scheint der entgültige Startschuss für die Kraniche gewesen zu sein.
Laut NABU sind der klare Himmel und leichte Ostwinde ideale Flugbedingungen. Die Kraniche, die wegen der heftigen Stürme der letzten Woche in den Rastgebieten abgewartet haben, sind nun aufgebrochen.

Hunderte zogen heute in verschieden großen Schwärmen über unser Haus. Da sie ziemlich tief flogen, ließen sich ganz gute Aufnahmen machen. Auch wenn meine Filmtechnik noch ausbaufähig ist.

Jedes Jahr freue ich mich zweimal über die Kraniche. Im Herbst, wenn sie fortfliegen und die Zeit einläuten, in der alles zur Ruhe kommt. Und im Frühjahr, wenn sie zurückkommen und die Natur wieder erwacht.