Land-News

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Samstag, 19. Dezember 2015

Die Welt ist bunt

In der Pferdewelt gibt es kaum eine größere Farbvielfalt als bei den Islandpferden. Neben den klassischen Rappen, Füchsen und Braunen gibt es unzählige Farbabstufungen, Aufhellungen, mehrfarbige Mähnen und Schweife.
Ich mag gerne die Falben. Es gibt Maus - (oder Grau)falben,  Braunfalben und Rotfalben, die immer am Aalstrich zu erkennen sind, der am Widerrist anfängt, über den Rücken geht und sich im Schweif verläuft. Ein berühmter Falbe (allerdings ist das ein Quarterhorse und dort heißt die Farbe Buckskin) ist das Pferd von Vater Ben in der Serie Bonanza.

  

                                             Graufalbe (im Hintergrund ein Isabell)

Die Farbpalette des Isabell reicht von creme bis gold. Es gibt porzellanfarbene, windfarbene (dunkel mit silberfarbenem Behang - megaschick), Cremellos und Perlinos.
Besondere Hingucker sind die Erdfarbenen, vorallem die hellen. Ihr Fell hat die Farbe von Vanillieeis. Die Beine sind schwarz, ebenso die Behänge.  Besitzen sie dazu noch das Falbgen, haben sie auch einen Aalstrich.


 

                                                      Erdfarb-falbschecke im Winter




                                                  ...im Sommer ( weil er ein Schecke ist, hat er weiße                                                                                     Beine. Man sieht aber noch die schwarzen                                                                                                         "Reste")


Das alles gibt es zusätzlich als Schecke oder Schimmel oder Farbwechsler. Der Schecke ist dauerhaft farbig mit mehr oder weniger weiß. Der Schimmel wird farbig geboren und später weiß, z.B. wird ein Braunschimmel komplett braun geboren und "schimmelt" langsam aus. Kommt er als Braunschimmelschecke zur Welt, ist er als Fohlen braun-weiß-gescheckt und die Farbe verschwindet irgendwann, bis er komplett weiß ist.
Der Farbwechsler hat weiße Stichelhaare, die je nach Jahreszeit stärker hervortreten und das Pferd in einer anderen Farbe erscheinen lassen.
Dazu kommen natürlich noch die diversen Abzeichen, wie Blessen, Sterne, Schnippen, und, und, und...
Für mich gibt es kaum ein schöneres Bild als das einer bunten Herde Isländer. Es geht allerdings noch wensentlich bunter als auf diesem Foto.



Sonntag, 29. November 2015

Heute ist einer dieser Tage, an denen die Dunkelheit in Dämmerung und wieder in Dunkelheit übergeht. Schwedenwetter würde ich das nennen.

Aber auch dem kann man viel Schönes entlocken. Für mich gehört Lesen dazu.
Eine spannende, interessante, unterhaltsame oder gruselige Geschichte, dazu einen Becher Kaffee und - weil heute der 1. Advent ist - ein paar Vanilliekipferl oder Spekulatius.

Besonders gut gefallen hat mir "Die Magie der kleinen Dinge" von Jessie Burton.
Eine Geschichte, die den Leser ins Amsterdam des 17. Jahrhunderts entführt. Die junge Petronella (Nella) wird mit einem erfolgreichen Kaufmann verheiratet und zieht vom Dorf in die Stadt. Dort erfährt sie zunächst nur Ablehnung. Besonders ihre Schwägerin benimmt sich regelrecht feindselig.
Ein Puppenhaus - das Geschenk ihres Mannes - bringt eine unerwartete Wendung und mit Hilfe der "kleinen Dinge" kommt Petronella einem großen Geheimnis auf die Spur.

Und um noch ein wenig Werbung für mich selbst zu machen, hier eine Kurzgeschichte aus meinem Buch  "Der gestreifte Spanier":



      Katzenfutter

„Verdammtes Vieh!“ Mit einem Ruck zog Heinz die schwere Gardine vor das Fenster.
„Was ist?“, rief Lore aus der Küche.
„Eines Tages knall ich sie ab.“
„Aber Heinz, lass doch die Katze.“ Lore kam ins Wohnzimmer und mit ihr der Duft von gebratenem Fleisch.
„Sie tötet meine Vögel, diese Scheißkatze.“
„Das ist Natur. Außerdem fängt sie Mäuse. Sogar Ratten, sagt Frau Schultheiß. Sind dir Ratten im Garten lieber? Die fressen auch Vögel. Junge, die noch im Nest sitzen.“ Lore schüttelte den Kopf. Anfangs hatte sie sich über Heinz‘ neu gewonnenes Interesse gefreut. Ja, hatte ihn geradezu gedrängt, sich ein Hobby zu suchen, nachdem er seinen Beruf nicht mehr ausübte. Den ganzen Tag war er ihr vor den Füßen herumgelaufen. Ein Störenfried in ihrem gewohnten Ablauf von Einkaufen, Kochen und Putzen. Doch genauso akribisch, wie er vorher Einkommensteuererklärungen geprüft hatte, übte er nun die Vogelkunde aus.
Jeden Tag saß er stundenlang am Fenster oder im Garten und beobachtete Amseln, Meisen und Rotkehlchen. Auf seinem Schreibtisch lag ein kleines, schwarzes Buch, in das er jeden Vogel eintrug, der seinen Weg in den Garten fand. Er notierte sogar die Anzahl der Bruten und Jungtiere, die auf seinem Grund und Boden aufgezogen wurden.
Erschien eine neue Art, strahlte sein sonst so missmutiges Gesicht. Und das war mehr, als sie ihm in den letzten Jahren hatte entlocken können. Sie wollte ihm diese Leidenschaft ja gar nicht nehmen, aber es kam ihr so vor, als gehöre sie nach den vielen Ehejahren nur noch zum praktischen Inventar des Haushaltes, so wie der Allzweckreiniger.
Heinz kümmerte sich nur um die Vögel.
Wenn der Herbst nahte, stellte er gefüllte Futterhäuschen auf und hängte Meisenringe an die Zweige der Bäume.
Rund und dick wie Knödel hockten die Vögel auf den Sträuchern, dicht am Haus. Zu voll gefressen zum Singen.
Manche klopften sogar dreist mit dem Schnabel an die Fensterscheibe, wenn der Futtervorrat zur Neige ging oder sie die schmackhaftesten Körner herausgepickt hatten.
Heinz strahlte und freute sich über ihre Zutraulichkeit. Doch in Lore wuchs der Ärger. Schließlich war sie es, die mühselig den angetrockneten, scharfen Kot abkratzen musste.

Eines Morgens entdeckte Lore eine schwarz-weiße Katze, die geduckt durch den Garten schlich. Vermutlich gehörte sie den neuen Eigentümern eines der Nachbarhäuser.
Innerhalb weniger Tage stürzte sie Heinz‘ geordnete Welt ins Chaos.
Sein sorgfältig gepflegtes Vogelparadies entpuppte sich als Schlaraffenland. Die Katze pflückte ihre Opfer von den Ästen. Effizient und energiesparend.

„Hast du darüber nachgedacht, dass deine ewige Fütterei die Vögel erst zu einer leichten Beute macht? Die können doch kaum mehr fliegen“, schimpfte Lore.
„Red nicht so einen Unsinn. Bald kommt der Winter. Sie müssen gut genährt sein, damit sie ihn überstehen. Sehe ich dieses Vieh noch einmal, schieße ich ihm eine Kugel durch den Kopf“, grollte Heinz.
„Warum redest du nicht mit den Nachbarn. Wenn sie der Katze ein Glöckchen umhängen, hören die Vögel sie rechtzeitig und können wegfliegen.“ Heinz würde es fertig bringen und die Katze tatsächlich töten. Außerdem konnte Lore sich eines kleinen, fiesen Gedankens nicht erwehren. Oft wünschte sie, die Katze würde viel mehr dieser feisten Körnerfresser wegschleppen, die ihr die Fensterbänke voll kackten und Heinz volle Aufmerksamkeit genossen.
Manchmal, wenn er es nicht bemerkte, stellte sie der Katze eine Schüssel mit frischer Milch hin, damit sie auf keinen Fall das Jagdrevier wechselte.

Eines Nachmittags traf Lore ihre Nachbarin beim Einkaufen.
„Haben Sie schon gehört, Frau Krieger? Die Katze von Neuberts. Sie wissen doch. Das sind die, die in Kramers Haus gezogen sind.“ Vertraulich beugte Frau Schultheiß sich so weit vor, dass sie fast mit Lore zusammengestoßen wäre, und senkte die Stimme.
„Die Katze wurde vergiftet. Stellen Sie sich vor! Ist das nicht furchtbar? Gestern haben sie sie im Garten gefunden. Schrecklich entstellt, mit Schaum vor dem Maul. Die arme Frau Neubert hat einen Schock.“
„Gott, wie entsetzlich“, erwiderte Lore. Eilig verabschiedete sie sich und fuhr so schnell es ging nach Hause.

Heinz saß auf seinem Stammplatz und beobachtete die übergewichtigen Amseln auf der Fensterbank.
„Die Katze wurde vergiftet. Hat Frau Schultheiß mir gerade erzählt“, sagte sie barsch.
„So? Na, dann kehrt ja endlich Ruhe ein.“ Deutlich sah Lore das zufriedene Lächeln auf seinem Gesicht.

Zähneknirschend fuhr sie fort, den Kot von den Fensterbänken zu schrubben, während Heinz seine gefiederten Freunde betrachtete.
„Es kommen immer weniger Vögel in den Garten. Ich verstehe das nicht. Es ist doch alles wie immer“, bemerkte er eines Abends beim Essen.
Lore zuckte mit den Schultern. „Vielleicht haben sie einen besseren Platz gefunden.“
„Besser als hier?“ Sein Gesicht nahm auf einmal einen so traurigen Ausdruck an, als würde mit den Vögeln auch das letzte Restchen Freude aus seinem Leben verschwinden. Für einen kurzen Moment empfand Lore Mitleid mit ihm.
Heinz seufzte, dann widmete er sich wieder dem knusprig gebratenen Fleisch auf seinem Teller. Seine Lippen glänzten fettig.
„Sag mal, Lore, wie viel von diesem Sonderangebot Wachteln hast du eigentlich noch? Die schmecken richtig lecker.“



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Lust auf noch mehr Tiergeschichten ?



Ich wünsche allen einen schönen, gemütlichen 1. Advent  


Montag, 23. November 2015

Am Wochenende gab es Schnee. Nicht viel, aber so, dass der Boden bedeckt war. Außerdem sind die Temperaturen auf den Gefrierpunkt gefallen.
Dieser deutliche Wintereinbruch scheint der entgültige Startschuss für die Kraniche gewesen zu sein.
Laut NABU sind der klare Himmel und leichte Ostwinde ideale Flugbedingungen. Die Kraniche, die wegen der heftigen Stürme der letzten Woche in den Rastgebieten abgewartet haben, sind nun aufgebrochen.

Hunderte zogen heute in verschieden großen Schwärmen über unser Haus. Da sie ziemlich tief flogen, ließen sich ganz gute Aufnahmen machen. Auch wenn meine Filmtechnik noch ausbaufähig ist.

Jedes Jahr freue ich mich zweimal über die Kraniche. Im Herbst, wenn sie fortfliegen und die Zeit einläuten, in der alles zur Ruhe kommt. Und im Frühjahr, wenn sie zurückkommen und die Natur wieder erwacht.



                                                   







Sonntag, 15. November 2015

Novemberfreuden

Objektiv betrachtet ist heute scheußliches Wetter. Usselig, wie man im Sauerland sagt.
Es stürmt, der Regen fegt waagerecht über das Land. Die meisten würden keinen Fuß, geschweige den gesamten Körper, nach draußen setzen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Hundebesitzer haben keine Wahl. Sie müssen raus. An Tagen, wie dem heutigen, ernte ich manch mitleidigen Blick aus vorbeifahrenden Autos. Begegnen mir andere Hundebesitzer, die Schultern hochgezogen und das Gesicht unter einer weiten Kapuze verborgen, gibt es kaum mehr als ein Kopfnicken oder knappes "Moin", wo man sonst stehenbleiben und ein Pläuschchen über die Philosophie der Fütterung, den besten Hundetrainer und wirbelsäulenunterstützende Viscoschaumbetten halten würde, während die Hunde sich (hoffentlich) ebenfalls
höflich begrüßen und ihrerseits eine Unterhaltung über das Hundeleben beginnen.
Aber ich oute mich jetzt mal als Liebhaber dieses Wetters. Mit unserem Hund gehe ich über möglichst freie Flächen (im Wald ist mir das Risiko von einem herbfallenden Ast erschlagen zu werden doch zu hoch), auf denen es natürlich noch mehr weht.
Der Wind drückt gegen meinen Rücken und schiebt mich vorwärts.  Andersherum ist es etwas unangenehmer. Da raubt einem eine Böe schon mal den Atem. Also wähle ich Wege, wo der Wind meistens von hinten kommt. Auch unser Hund liebt den rauen Herbst und Winter. Im Sommer ist ihm eigentlich immer zu warm. Und so sind wir beide unterwegs - er in wetterfestes, schützendes Langhaar gepackt, ich in entsprechende Kleidung.
Blätter wirbeln umher, Krähen surfen richtig auf den Luftwirbeln. Die Kronen der Bäume am Waldrand rauschen, ihre Äste biegen sich und reiben quietschend aneinander.
Das Brausen den Windes füllt meinen Kopf. Vergessen sind Alltägliches, Vergangenes und Zukünftiges. Für diese Stunde bin ich ganz im Hier und Jetzt, verbunden mit der Natur und meinem Hund.
Ich kann diesem Wetter mehr als eine positive Seite abgewinnen.


Donnerstag, 12. November 2015

Perlhühner

Bei uns leben neben den normalen Haushühnern auch vier Perlhühner. Zwei wildfarbene, ein lilafarbenes und ein chamoisfarbenes.

Kleine Rassekunde:

Perlhühner kommen ursprünglich aus Afrika. Dort leben sie je nach Art in den offenen Savannen und an Waldrändern, aber auch in dichter Bewaldung. Inzwischen sind Perlhühner in anderen Regionen der Erde anzutreffen. Aus der Haltung beim Menschen ausgebüchst, sind sie wieder verwildert und konnten sich an die neue Umgebung anpassen.
In Europa gibt es sie allerdings nicht freilebend. Unsere klimatischen - und Nahrungsbedingungen sind ungeeignet für sie.
Perlhühner leben in größeren Verbänden. Zur Brutzeit bilden sich Paare, die sich von den Gruppen separieren. Nach der Aufzucht finden sie wieder zusammen.

Bei uns bilden die beiden wildfarbenen und die beiden anderen feste Paare, die schon seit Jahren so zusammen leben. Gebrütet haben sie noch nie. Das ist nicht ungewöhnlich. Zuchttiere verlieren oftmals den natürlichen Bruttrieb. Ihre Eier sind klein und kegelförmig. Die Schale ist etwa doppelt so dick wie die von Hühnereiern. Sie lassen sich nur sehr schwer aufschlagen. Der Dotter ist sehr groß.  
Die Haltung ist unproblematisch. Perlhühner suchen sich ihr Futter weitestgehend selbst und sind robust. Sozusagen winterhart. Mit den Hühnern und Gänsen vertragen sie sich problemlos. Die Perlhähne sind sehr mutig und manchmal sogar frech. Dann gehen ihnen selbst die Gänse aus dem Weg.

Die meiste Zeit des Tages singen die Perlhühner leise mit ganz entzückenden Quietschlauten und Flötentönen. Aber wenn Gefahr droht, geben sie Alarm. Egal, was ich gerade mache, sobald dieser Ton auf dem Hof zu hören ist, lasse ich alles fallen und renne los. Gut, manchmal ist es nur ein fremder Hund, der gerade am Grundstück vorbei läuft. Aber oft genug ist es der Habicht, der Lust auf Hähnchen hat. Dieses Geschrei hat so manchem Huhn schon das Leben gerettet.
Und genau dafür halten wir sie auch. Sie sind die beste Alarmanlage, die man sich vorstellen kann.
Unmittelbare Nachbarn sollte man allerdings nicht haben. Es sei denn, sie sind geräuschunempfindlich oder taub.

Ich mag sie einfach, "die Perlchen".


Ein kleiner Eindruck von Alarm. Sie können noch viel lauter und vorallem länger. 

Donnerstag, 5. November 2015

Die Kühe genießen die letzten Sonnenstrahlen und das letzte frische Grün in diesem Jahr. Wegen des warmen Herbstwetters sind sie in diesem Jahr besonders lange draußen.






Allerdings werden sich die Stalltüren, die in Kürze hinter ihnen geschlossen werden, nie wieder für sie öffnen.
Die Kühe bekommen einen großen, modernen Laufstall mit allem, was sie brauchen. Bis auf Freilauf.
Kein Wiederkäuen auf der Wiese mehr, kein frische Grün zupfen, kein Himmel über ihnen. Das Weidetier Kuh wird zu Stallhaft verdonnert.
Bislang freute ich mich jeden Morgen, wenn sie angetrabt kamen, um an die Stellen mit dem längsten Gras zu gelangen. Sie hüpfen und springen dabei wie Kälber - zumindest die jungen Milchkühe machen das noch. Ab und zu wurde auch mal ein Kälbchen geboren, das ein wenig früher dran war, als gedacht.
Ich werde die rupfenden, kauenden Geräusch vermissen und das leise Muhen und den Anblick zufriedener Kühe.
Und wieder bleibt ein Stück natürlicher Tierhaltung auf der Strecke für Effizienz, Umsatz und Gewinn. Ich wünschte, mehr Menschen wären bereit, ein wenig mehr für Produkte aus artgerechter Tierhaltung auszugeben - sprich für Freilauf und genügend Platz. Und das betrifft nicht nur die Kühe.
Eine Schachtel Zigaretten im Monat weniger, würde schon ausreichen, um Bio-Milch für den Monat zu kaufen. Oder einmal selber gekocht, statt bei McDonalds & Co zu essen oder Fertigpizza zu
kaufen.


Was ist es uns wert?





Sonntag, 1. November 2015

Die Kraniche ziehen wieder über den Hof.
Schon von Weitem höre ich den typischen Gesang, eine Art feines, melodisches Trompeten,
Manchmal fliegen sie so tief, dass man ihnen beinahe ins Auge gucken kann. Leider gibt es hier weder Gewässer noch Feuchtwiesen, die zum Rasten einladen würden.
So muss ich mich damit begnügen, ihrem Ruf zu lauschen und der V-Formation so lange nachzusehen, bis sie mit dem Horizont verschwimmt.



Gute Reise und kommt gesund zurück



Dieses Gedicht von Kurt Demmler habe ich dazu gefunden:


Die Kraniche fliegen im Keil,
so trotzen sie besser den Winden.
So teilen sie besser die Kräfte, weil
Die Stärkeren fliegen im vorderen Teil,
und die Schwachen, die fliegen hinten.

Und kommen die Kraniche an
Am Ziel ihrer Reise, dann haben
Die Stärkeren größere Arbeit getan
Und loben die Schwächeren hinten an,
die doch auch ihr Bestes gaben.

Dann essen die Kraniche Fisch
Soviel, wie die Mägen verlangen.
Die Stärkeren, die haben nicht mehr für den Tisch als
Die Schwachen vom guten, silbernen Fisch
In den Teichen am Ziel sich gefangen.

Laßt uns wie die Kraniche sein,
dass wir unser Möglichstes geben:
Die Starken in Groß und die Schwachen in Klein
Und trinken am Abend den gleich teu’ren Wein
Auf ein noch viel besseres Leben.
Kurt Demmler

 

Freitag, 23. Oktober 2015

Vieles in meinem Leben auf dem Land wird geprägt von den Abläufen in der Natur. Jede Jahreszeit bedingt andere Aufgaben und Arbeiten.
Die Tiere strukturieren den Tag auf ihre eigene Weise - es gibt Futterzeiten (mehrere über den Tag verteilt, denn jede Tierart hat so ihre eigenen Bedürfnisse), Futtereinkauf-Zeiten (was das Schleppen von 25kg-Futtersäcken beeinhaltet) Stall-raus und Stall-rein-Zeiten, Spaziergehzeiten, Großreinemachzeiten, Fellpflegezeiten, Zeiten zum Misten, ...

Die meisten dieser Tätigkeiten fordern meinen Körper. Für meinen Geist gibt es nicht soviel zu tun.
Die nutze ich als Autorenzeiten.
Während ich so vor mich hinwerkel, entstehen in meinem Kopf neue Geschichten, oft angeregt durch die Tiere, von denen eins immer um mich herum ist. Meine Gedanken nehmen dabei oft seltsame Wege und so entstanden sechs Geschichten, die ich in meinem neuen ebook zusammengefasst habe.



 derzeit erhältlich bei amazon, weitere Anbieter folgen in Kürze



Leseprobe:

Milli und die Herrin


Unter anderen Umständen hätte er ihr gut gefallen, dieser schlanke Mann mit den kurzgeschnittenen, dunklen Haaren.
„Schön, dass du zu uns gefunden hast“, sagte er und seine Stimme klang mitfühlend, ohne anbiedernd zu wirken. Er reichte Francis zur Begrüßung die Hand und drückte sie mit angenehm festem Druck. Francis blieb noch einen Moment unsicher im Raum stehen, während Mark Winter, so hatte er sich vorgestellt, zwei weitere Gäste begrüßte.
Er forderte sie auf, sich zu setzen und Francis ließ sich auf einen der Stühle sinken. Zehn Stück insgesamt, die im Kreis aufgestellt waren. Sie schaute unauffällig in die Runde. Ihr gegenüber saß eine rothaarige Frau mit geröteten Augen. Mit ihren langen,  feingliedrigen Fingern knetete sie einen feinen Schal. Er sah teuer aus und wenn sie so weitermachte, würde er bald völlig ruiniert sein. Neben der Frau saß ein älteres Paar. Der Mann drückte die Hand seiner Frau.
„Das erste Mal ist am schwersten“, sagte er mitfühlend zu der Rotblonden.
Die lächelte gequält.
Zwei Stühle weiter hatte ein Mann Platz genommen, der Francis bekannt vorkam. Das war nicht ungewöhnlich. Sie kannte sehr viele Männer. Dieser hier schaute auf seine Füße und gab nicht zu erkennen, ob sie Recht hatte. Auch das war sie gewohnt.
Winter schaute auf die Uhr.
„Eine kleine Runde heute. Wer möchte anfangen?“
Zaghaft hob die Rotblonde den Finger. „Wenn ich dürfte.“

Francis verzog die Lippen. Die gehörte zur Sorte der Hilflosigkeit und Zerbrechlichkeit ausstrahlenden Frauen. Das war ihre Masche, immer zu bekommen, was sie wollten. Und besonders Männer fühlten sich sofort bemüßigt, den Boden vor ihnen zu fegen.  Francis hasste dieses Kleinmädchengetue. Dennoch ärgerte es sie, dass ihr niemand Trost spendete, obwohl es ihr ebenfalls schlecht ging. Nur eben anders.
„Sagst du uns bitte deinen Namen“, sagte Winter.
„Feodora.“
Du liebe Zeit. Francis schaute auf den Boden, um nicht laut aufzulachen.  Sie bewunderte Winter für seine Fassung. Er verzog keine Miene. Wie hatte sie sich nur dazu überreden lassen, hierher zu kommen? Bislang war sie noch immer alleine mit ihren Problemen fertig geworden. Der Impuls zu gehen, kam eine Sekunde zu spät, denn Feodora begann zu sprechen.
„Es ist nun schon zehn Monate her“, flüsterte sie, wie atemlos. „Aber ich kann es nicht verwinden.“ Das ältere Paar nickte. Feodora lächelte dankbar, die Lider halb gesenkt. Der berühmte Lady-Di-Blick. Sie hätte ihn besser noch einige Male öfter üben sollen, damit er nicht so lächerlich wirkte.
„Sein Name war Winston“, sagte sie und begann dann beim Urknall. Francis stöhnte innerlich. Gleich würden Tränen rollen, begleitet von schmerzerfülltem Schluchzen. Danach würde sie sich mit einem Spitzentaschentuch unter der Nase entlang tupfen und selbstverständlich die ganze Zeit über gut aussehen. Francis wettete, dass Winston ein Mops gewesen war oder ein Perserkater. 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

15.10.2015


Neuschnee
Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräuliche Flur
Kindisch ist und köstlich solch Beginnen
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.



Laut der Meteorologen gab es zuletzt am 14.10.1975 den ersten Schnee. Der Wetteraufzeichnung sei Dank.

Klimawandel hin oder her - wie die Mode wiederholt sich auch Wetter immer wieder.  







Dienstag, 13. Oktober 2015

Hühnern wird ja  keine besondere Intelligenz bescheinigt. Aber für ihre Lebensweise sind sie perfekt ausgerüstet. Um das herauszufinden, muss Mensch nur ein wenig von sich selbst zurücktreten und sich überlegen, was ein Huhn denn benötigt.
Ein Huhn wäre zum Beispiel ziemlich dumm dran, wenn es den Satz des Pythagoras kennen würde.Mit diesem Wissen fängt es keinen Wurm.
Dafür wissen sie zum Beispiel genau, von welchen Greifvögeln ihnen Gefahr droht. Das erkennen sie an der Silhouette, am Flugbild und dem Ruf.
Bussarde und Milane, stattliche Vögel, können durchaus enge Kreise über den Hühnerauslauf ziehen. Die Hühner schauen kurz hoch und haken sie als ungefährlich ab.
Der Habicht wird dagegen von den Perlhühnern bereits gemeldet, wenn er noch weit entfernt auf einem Ast lauert. Dann suchen sich alle auf dem schnellsten Weg einen sicheren Ort. Im Stall oder unter dichtem Gestrüpp. Eben das, was am nächsten erreichbar ist.
Mit den Jahren habe ich die Bedeutung einzelner Laute gelernt. Das laute Gegacker nach dem erfolgreichen Legen eines Eis kennen vermutlich viele Leute. Dann gibt es Rufe für Gefahr und einen für eine besondere Leckerei. Der Hahn benutzt viele verschiedene, wenn er eine Henne umgarnt. Das reicht von leisem Gurren bis hin zu imponierendem Krähen.
In meinem Buch "Der gestreifte Spanier" beschreibe ich in der Geschichte "Der etwas andere Tag"den Alltag unserer Hühner aus einer ganz besonderen Perspektive.

http://www.amazon.de/gestreifte-Spanier-Marion-Pletzer-ebook/dp/B004YTT23O/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1444744574&sr=8-2&keywords=marion+pletzer


Hühner leben in einer Rangordnung. Hackordnung wird sie gemeinhin auch genannt. Eine selbsterklärende Bezeichnung. Daher ist schon die Auswahl des nächtlichen Schlafplatzes eine wichtige Angelegenheit, die jeden Abend aufs neue ihre Zeit dauert. Wer möchte schon neben jemandem schlafen, der einen tagsüber wegscheucht oder sogar hackt.
Und es gibt Freundschaften. Allzu menschlich darf man diesen Begriff nicht auslegen. Tiere, die besonders harmonieren, finden zueinander und verbringen viele Stunden des Tages eng miteinander.
Ein Hahn und eine Henne aus meiner Gruppe sind so ein Beispiel. Der Hahn achtet sehr auf seine Henne. Und sobald sie von einem anderen Hahn belästigt wird oder eine Henne sie angeht, eilt er ihr zu Hilfe und geht dazwischen. Selbst wenn sie ein Stück weit entfernt voneinander ihrem Tagwerk nachgehen, haben sie sich im Blick. So eine innige Beziehung erlebe ich allerdings selten und sie berührt mich sehr.



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Wenn wir den Hühnern das Leben gestatten, für das sie geschaffen sind, gibt es sehr vieles zu entdecken. Ich käme jedenfalls nie auf die Idee, Hühner als dumm zu bezeichnen.

Montag, 28. September 2015

Mein September



Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen: 
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, 
Den blauen Himmel unverstellt, 
Herbstkräftig die gedämpfte Welt 
In warmem Golde fließen.

von Eduard Mörike









Dienstag, 15. September 2015

"Der tut nix" "Der will nur spielen" und "Das hat er ja noch nie gemacht" - diese Sätze kennen Hunde-  und Nichthundehalter zur Genüge.
Ich möchte noch einen Satz hinzufügen, der in der Hundehalterwelt allerdings meistens auf völliges Unverständnis stößt und der heißt:

"Ich möchte keinen Kontakt."

Dieser Satz bedeutet nicht, dass die Hunde sich an stramm gespannten Leinen, damit man sie im Notfall eilig zur Seite zerren kann (mit den Worten s.o.), doch mal eben Hallo sagen können.
Er bedeutet auch nicht, dass mein Hund bissig ist.
Genausowenig, dass ich ihn nicht "im Griff" habe.
Und ich bin weder menschen - noch hundefeindlich.

Er bedeutet einfach, dass ich kein Beschnuppern möchte (oder gar, dass unserem Hund auf dem Kopf herumgetatscht wird, weil er so niedlich aussieht). Alle sollen aneinander vorbeigehen und dabei möglichst einen höflichen Bogen machen. So gehen Hunde nämlich grundsätzlich aufeinander zu, wenn man sie denn lässt. In Hundeschulen wird ihnen ja antrainiert, (bzw. ihr natürliches Verhalten wird abtrainiert), dass sie in fünfzig Zentimeter Abstand an einem anderen Hund vorbeizugehen haben, ohne dabei auch nur mit dem Ohr zu zucken.
Hunde achten die Individualdistanz anderer Hunde und möchten auch, dass ihre gewahrt wird. Außerdem gehe ich immer zwischen meinem und dem Fremdhund, um meinem Hund Schutz zu geben.

Unser Hund gehört der Rasse Zwerggrizzly an. "Sitz" und "Platz" hat er seit langem nicht mehr gehört. Ich sage ihm nur, dass er bei mir bleiben soll. Und das macht er dann auch. Ob er dabei sitzt oder lieber liegt oder steht, ist  mir Einerlei.
Kommt uns ein fremder Hund entgegen, merke ich innerhalb von Sekunden, ob das ruhig abläuft oder hektisch wird.
Hektik -  das heißt wildes Herumgerenne, anrempeln, umwerfen. Das, was gemeinhin als schönes Spiel bezeichnet wird. Ich empfinde es nicht als besonders nett, wenn ein Hund einfach in einen anderen hineinbrettert. Würde mir ein fremder Mensch zur Begrüßung ungefragt auf Schultern und Rücken schlagen, mich mitziehen, mir den Kopf tätscheln und permanent auf mich einreden, würde ich denken, dass er nicht alle Tassen im Schrank hat. Bei Hunden finden wir so ein Verhalten eigenartigerweise lustig.

Also - Hektik geht gar nicht und ich sage "Ich möchte keinen Kontakt".

Die Blicke, die mir einige Hundehalter daraufhin zuwerfen reichen von mitleidig, über erstaunt, bis hin zu Kopfschütteln. "Der darf nicht spielen", sagen sie im Vorübergehen zu ihren Hunden, gerade so laut, dass ich es hören kann.
Damit kann ich inzwischen sehr gut leben, weil ich weiß, wie aufgedreht unser Hund früher nach solchen Begegnungen war. Sein Gesichtsausdruck, sein angespannter Körper - alles signalisierte Stress.
Treffen wir auf einen Hund, beide strahlen Ruhe aus und der andere Hundehalter ist einverstanden, gebe ich unseren Hund frei. Die Begrüßung verläuft dann höflich und respektvoll. Manchmal gehen sie dann gleich weiter, manchmal zupfen sie zusammen ein wenig Gras oder schlendern in aller Ruhe gemeinsam über den Weg. Unser Hund wedelt sacht mit der Rute. Körper und Ausdruck sind weich. Dabei fühlen Mensch und Hund sich wohl.
Solltet ihr also einmal einer Frau mit einem kleinen Grizzly begegnen, die sagt, sie wünscht keinen (Hunde)Kontakt, dann wisst ihr ja jetzt, warum.





Sonntag, 13. September 2015

Vor vielen Jahren habe ich mit einem Cassettenrekorder im Wald Vogelstimmen aufgenommen. Die Luft war voll von den unterschiedlichsten Gesängen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich unter den Bäumen saß und diesem Chor zugehört und versucht habe, die einzelnen Arten herauszuhören. Schleichend, aber unaufhaltbar, ist es sehr still geworden in unseren Wäldern. Man hört ein paar Meisen, den einen oder anderen Fink. Mit Glück entdeckt man einen Zaunkönig. Das Krächzen von Eichelhähern ist noch die häufigste Vogelstimme.
Doch nicht nur die Singvögel sind verschwunden. Auch die Insektenwelt ist inzwischen erschreckend verarmt. Beides gehört natürlich unmittelbar zusammen.
Sicher wird der eine oder die andere anmerken, dass es doch noch viel zu viele Fliegen und Mücken und anderes "Kroppzeug" gibt.
Das stimmt zwar, ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Fliegen und Mücken finden immer Aas und kleine Gewässer, in denen ihre Larven gedeihen.
Für andere Insekten sieht es dagegen mehr als düster aus.
Früher hörte ich im Sommer überall das Zirpen von Grashüpfern. Ging ich durch eine Wiese hüpften sie vor meinen Füßen auf, Käfer in den verschiedensten Größen, Formen und Farben krabbelten an langen Grashalmen, Schwebfliegen, Bienen, Hummeln sammelten Nektar bei den verschiedensten Wiesenblumen. Schmetterlinge taumelten durch die Luft.
Die Wiese barg hundertausendfaches Leben. Und heute?
Wir leben auf dem Land. Alles um uns herum ist Grün. Aber es ist eine Wüste.
Auf den Weiden wächst nur fettes Kuhgras. Löwenzahn ist die einzige Blume, die für kurze Zeit im Frühjahr Nahrung bietet.
Drei bis vier Grasschnitte im Jahr, die sich mit Gülledüngung abwechseln, unterbrechen den Lebenszyklus der Insekten, von der Larve über die Verpuppung bis zum ausgereiften Insekt. Auf den überdüngten Weiden finden sie keine Nahrung mehr. Weideränder werden gemäht, Wälder aufgeräumt, Hecken vernichtet, weil sie stören.
Unsere Gärten sich "sauber und ordentlich". Das gehört sich schließlich so. Was sagen denn sonst die Nachbarn, wenn wir altes Laub unter den Büschen liegenlassen? Oder nicht sofort jedes verblühte Pflänzchen abschneiden. Dabei dient das Laub Asseln, Tausenfüßern und anderen Bodenorganismen als Nahrung und Unterschlupf. Vögel finden darin auch im Winter noch Nahrung.
Wir pflanzen exotische Blumen, weil sie so toll aussehen. Aber für unsere heimischen Schmetterlinge bieten sie nichts. Die brauchen z.B. Brennnesseln, Doldenblüter, Pflanzen, die - aus Menschensicht- unnütz sind und daher abgemäht werden,  für ihre Raupen.
Selbst in meinem Garten, den ich mit vielen heimischen Arten bepflanzt habe, in dem auch "Unkräuter" ihre Daseinsberechtigung haben, sehe ich jedes Jahr weniger Arten.

Ganz leise sind die Insekten verschwunden. Und das Schlimmste ist, von den Menschen haben es die wenigsten bemerkt. Einige sind sogar froh, dass sich beim sonntäglichen Waldspaziergang
keine kleine grüne Raupe vor ihrem Gesicht abseilt oder in ihrem Kelleraufgang keine Asseln mehr ihr bescheidenes Auskommen suchen.

Mich macht das unsagbar traurig. Unsere Welt ist so arm geworden. Dabei ist es doch die Vielfalt und das Bunte, das das Leben so lebenswert macht.

Wer mag, kann sich einfach mal auf eine Wiese setzen oder am Waldesrand unter einen Baum. Und dann das kleine Fleckchen um sich herum genau betrachten. Ameisen werden zu finden sein. Spinnen vermutlich auch. Falls jemand mehr als zehn unterschiedliche Insektenarten entdeckt, würde ich mich freuen,  wenn er mir schreibt, wo dieser Platz zu finden ist und welche Insekten dort leben.

Und wer einen Garten hat, sollte ein Insektenhotel aufstellen und Fetthenne pflanzen und in einer Ecke ein paar Brennnesseln stehen lassen. Vielleicht findet sich mit der Zeit die eine oder andere Art wieder ein. Und vielleicht kommen dann auch die Singvögel zurück.    .

Dienstag, 1. September 2015

01.09. -  meteorologischer Herbstanfang. Jetzt beginnt meine Zeit.

Ich liebe die feuchte Kühle am Morgen
Nebelfetzen, die über die Landschaft ziehen
Spinnweben, die in Sträuchern und an langen Gräsern hängen
Regen, der die Natur für eine Weile wieder satt grün werden lässt
und nicht zuletzt Temperaturen unter 20 Grad

Ein wenig stiller ist es schon geworden auf dem Hof.
Die Schwalben haben sich, nach der Aufzucht von zweimal vier Jungen, gesammelt und sind bereits fortgezogen. Die Bachstelzen sind ebenfalls auf dem Weg in ihr Winterquartier. Von den Falken lässt sich noch einer gelegentlich sehen. Nur das Hausrotschwänzchen ist noch da. Aber auch das wird bald in den Süden fliegen und auf seinen heiseren Ruf werden wir bis zum nächsten März warten müssen.
Die Spatzen bleiben uns erhalten. Die lärmen und tschilpen und zanken das ganze Jahr über.

In diesem Jahr habe ich erstmals Tomatenpflanzen im Kübel gezogen. Dem Internet sei dank, konnte ich einige alte Sorten kaufen, die man im Handel nirgends findet.  Noch nie habe ich so würzige, fruchtige und aromatische Tomaten gegessen. Das schreit nach einer Wiederholung in größeren Pflanzkübeln.


Die Tomatenernte von heute


In den Wäldern gibt es in diesem Jahr Unmengen von dicken, schwarzen Brombeeren. Ich brauche einfach nur um mich herumzupflücken. Sie wachsen beinahe vor der Haustür.
Bald sind Äpfel und Birnen reif. In diesem Jahr gibt es reichlich. Dafür tragen die Pflaumenbäume wenig. Das bedeutet mehr Apfel - als Pflaumenkuchen.

Hier eines meiner Lieblingsapfelkuchenrezepte:

300 gr Mehl (Weizen oder Dinkel)
50 gr Zucker
1/2 Päckchen Trockenhefe
1 Ei
ca. 100 ml Milch
ca. ca. 50 gr Butter
5 mittelgroße Äpfel (z.B. Boskop oder Elster oder eben aus dem eigenen Garten)
100g Mandelblättchen
20 gr Zucker
etwas zerlassene Butter

Mehl mit Zucker und Hefe vermischen. Ei und weiche Butter hinzufügen. Die Milch erwärmen und alles mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verrühren. Nur so viel Flüssigkeit zugeben, dass der Teig weich, aber nicht zu dünn wird. An einem warmen Ort zugedeckt etwa 1 Stunde lang gehen lassen. Danach in eine Springform geben und den Rand ein wenig hochziehen.
In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, in ganz dünne Scheiben schneiden und auf den Teig schichten. Ich lege sie einfach locker übereinander in die Form.
Mandelblättchen mit Zucker mischen und auf den Äpfeln verteilen. Anschließend die flüssige Butter
darüber träufeln. Das gibt eine knusprige, nach Krokant duftende Schicht.
Im Backofen bei 160 Grad Heißluft ca. 45 Minuten backen.

Variation:

einen Becher saure Sahne mit etwas Zucker, Vanille und zwei Eiern verquirlen und über die Äpfel gießen. Dann erst den Mandeldeckel darauf verteilen. Backzeit bleibt die gleiche.

Die perfekten Partner zu diesem Kuchen sind warme Vanillesoße oder Sahne.

Viel Spaß beim Nachbacken und Guten Appetit!

Donnerstag, 27. August 2015

Manchmal (er)kenne ich den Namen eines Tieres, das neu zu uns kommt, in der ersten Sekunde. Ich sehe es an und weiß einfach, dieser Name muss es sein.
Manchmal dauert die Namensgebung eine Weile.
Die Gänse hießen zunächst gemeinschaftlich "Gänsi". Da sie sowieso nur im Dreierpack zu kriegen sind, reicht es nach wie vor, sie so zu rufen. Sofort lassen sie ein lautes Trompeten hören und kommen angelaufen. Trotzdem sollte jede einen eigenen Namen bekommen.
Vor einiger Zeit saßen wir zusammen auf der Wiese, ich betrachtete sie, wie sie Gras zupften und an meinen Schuhen herumschnäbelten. Die Älteste schaute mich an und ich fand, das ist völlig klar - Wilma.
Danach passierte lange gar nichts.
Am Sonntag habe ich im Auslauf einen Strauch beschnitten. Nichts ist interessanter für die Gänse als mitten drin zu stehen im Geschehen. Sie knabberten an den losen Zweigen und Ästen und tauschten sich darüber aus, ob ich das alles auch richtig mache. So könnte man ihr Verhalten und ihr lebhaftes Geschnatter zumindest interpretieren.
Die Schüchterne stellte sich direkt neben mich, Ich strich ihr über das Rückengefieder und sagte ganz automatisch "Na, Dottla". Das ist ein isländischer Name. Und für die vorwitzigste der drei war ebenfalls sofort darauf der Name klar. Sie heißt Merle.

Und falls jetzt jemand sagt "Die kann man doch gar nicht auseinanderhalten." Doch, man kann.

Schaut mal genau hin.


Freitag, 31. Juli 2015

Kinder lieben Märchen. Feen und Hexen, die Abenteuer von Prinzen und Prinzessinnen, und sprechende Tiere regen ihre Phantasie an. Dann träumen sie sich selbst in diese Geschichten hinein. Sind tapfere Helden, die den Drachen besiegen oder eine gute Fee erfüllt ihnen drei Wünsche.    
Erwachsene lesen Märchen meistens nur noch vor. Den Kindern nämlich.
Eigentlich schade.
So habe ich die Märchen meiner Kinderzeit zum Anlass genommen, darüber nachzudenken, wie Märchenfiguren in unsere Zeit passen würden. Oder was aus Schneewittchen, Jahre nach ihrer Hochzeit, geworden ist.

Fünf Märchen sind entstanden, die ich in einem ebook zusammengefasst habe.




erhältlich bei amazon und xinxii


Leseprobe:

  

Drei gute Wünsche

 Guido hasste Wünsche. Wünschen bedeutete warten. Und Guido hasste warten. Außerdem erfüllten sich seine Wünsche sowieso nie. Egal, wie doll er sich das, was er gerne haben wollte, vorstellte oder wie stark er daran dachte. Als kleiner Junge hatte er sogar abends vor dem Schlafengehen den lieben Gott darum gebeten, ihm ein Skateboard zu schenken, ein Fahrrad oder teure Klamotten.  Bekommen hatte er nie etwas davon. Irgendwann hatte er mit dem Wünschen aufgehört und sich einfach genommen, was er wollte.
„Ich wünsch mir nichts mehr“, sagte er.
 „Unsinn, jeder Mensch hat Wünsche. Überleg doch.“
„Ach.“ Guido machte eine wegwerfende Handbewegung. „Was soll ich mir hier denn wünschen? ‚Ne Bunte Tapete?“ Er lachte kurz auf und zog einen Tabakbeutel aus seiner Jackentasche. Mit geübten Handgriffen drehte er mehrere Zigaretten. Eine davon steckte er an, inhalierte und blies den Rauch langsam aus.
Drei Tage zuvor hatte die Anstaltsleitung den gerade frei gewordenen Platz in seiner Zelle mit einem zarten, blassen jungen Mann belegt. Der Kerl war ein Spinner. Soviel stand fest. Schwafelte direkt am ersten Abend etwas von Wünsche erfüllen. Dass er eine Fee wäre und eine Mission hätte. Zu allem Überfluss hieß er auch noch Elias. Der gehörte eindeutig in die Klappse und nicht in den Knast. Aber darüber hatten Richter ihre eigene Meinung.
Auf jeden Fall war er ein gefundenes Fressen für die Jungs auf seinem Gang. Die freuten sich doch jetzt schon darauf, ihm beim nächsten Duschen die Regeln zu erklären. Guido überlegte noch, ob er ihn warnen oder alles seinen natürlichen Weg gehen lassen sollte. Letzteres hätte den Vorteil, dass der Junge vermutlich eine Weile die Klappe halten würde. Auf der anderen Seite war Elias eine Abwechslung. Und im Vergleich zu seinem Vorgänger Red-Man Joe zumindest äußerlich ein Gewinn.
„Ich wünsch mich nach draußen“, sagte Guido schließlich, wohl wissend, dass das niemand bewerkstelligen konnte. Außer einem Richter. Und der würden einen Teufel tun, ihn zu begnadigen, nachdem er diesem jämmerlichen Juwelier seinen Laden ausgeräumt hatte. Erneut sog er an der Zigarette. Die Asche ließ er in seine offene, schwielige Handfläche fallen.
„Das geht nicht“, antwortete Elias.
„Wieso nicht? Ist ein richtiger, echter Wunsch.“
Elias wackelte so heftig mit dem Kopf, dass sein feines, schulterlanges Haar hin und her wehte.
„Schon. Aber kein guter.“
„Seit wann entscheidest du, welcher Wunsch für wen gut ist? So als Fee ist man doch bloß Erfüllungsgehilfe.“
„Nein, nein, auch Feen haben einen Ehrenkodex. Wenn ein Mensch die Gesetze nicht befolgt hat, muss er dafür gerade stehen.“
„Ach, du Scheiße.“ Guido verzog verächtlich das Gesicht. „Eine moralische Fee. Wieso muss ausgerechnet mir sowas passieren?“

...


Sonntag, 19. Juli 2015

Abschied von den Falken

Die jungen Falken haben das Nest verlassen und sind nicht mehr dorthin zurückgekehrt.
Noch halten sie sich in der Umgebung des Hofs auf, so dass wir beobachten können, wie ihr Flug von Tag zu Tag sicherer und eleganter wird. Sie stehen schon in der Luft und rütteln, nutzen Aufwinde, gleiten durch die Luft und lassen sich tragen. Abends versammeln sie sich in den Bäumen auf dem Grundstück und lassen ihren Ruf vielstimmig ertönen. Anfangs bekamen sie noch Futter von den Eltern gebracht. Inzwischen müssen sie wohl weitestgehend für sich selbst sorgen.
Ihre Kreise werden schon größer und bald werden  sie sich einen neuen, eigenen Lebensraum erobern.





Vier Wochen lang durften wir sie beobachten und an ihrem beginnenden Leben teilhaben.


Viel Glück und allzeit guten Flug.



... und lasst euch mal wieder sehen






Donnerstag, 16. Juli 2015


Fliegen? Soll ich wirklich?



 Auf die Plätze.....







Huch! Wo bin ich denn hier gelandet? 




 

Nachschub! Fliegen lernen macht hungrig. 
     



Samstag, 11. Juli 2015

Der erste Flug steht kurz bevor. Die jungen Falken stehen schon auf dem Rand des Blumenkastens und schauen neugierig in die Welt, die sie bald aus der Luft erobern werden. Sie schlagen mit den Flügeln - erste Versuche.
Die Elterntiere rufen von ihrem Stammplatz auf der Tanne. Dieser Ruf klingt so ähnlich wie "tititititi". Er ist sehr hell und weit zu hören.
Die Jungvögel sehen in der Färbung noch aus wie das Weibchen. Die typische dunkle Färbung der Flügelspitzen und das insgesamt hellere Gefieder mit den dunklen Rückenflecken des Terzels, zeigt sich erst nach der ersten Mauser. 


Mittwoch, 8. Juli 2015

Die Gänse sind "fertig". Voll befiedert und beinahe ausgewachsen.
Täglich probieren sie ihre Schwingen aus. Dazu suchen sie sich eine offene Fläche, fangen an zu laufen und breiten die Flügel aus. Ein wenig heben sie dabei schon ab. Es macht den Eindruck, als trauten sie sich (noch) nicht, richtig zu fliegen. Es könnte sein, dass ihre Flugversuche sie über die Zäune tragen.
Zum Glück sind Hausgänse sehr standorttreu und wenn ich sie rufe, kommen sie gleich angelaufen. Insofern brauche ich mir keine großen Sorgen machen, dass die große weite Welt sie fortlockt.
Und solange die "Mama" noch Zuhause ist...


                                                                 Schönheiten




 

Donnerstag, 2. Juli 2015

Die Hitze macht uns allen zu schaffen. Die Hühner liegen beinahe den ganzen Tag im Schatten der Bäume. Die Gänse können sich zumindest durch ein Bad im Teich ein wenig Abkühlung verschaffen.
Die jungen Falken haben einen einigermaßen schattigen Platz, an dem auch gelegentlich ein Lüftchen für Kühlung sorgt. Dennoch haben sie nicht allzu viel Hunger. Als ich heute nach ihnen gesehen habe, lagen noch drei Mäuse im Blumenkasten. Vermutlich werden sie das Fressen am Abend oder in der Nacht nachholen. Ihr Energiebedarf ist schließlich groß, so schnell wie sie wachsen. Nicht mehr lange und sie werden zu den ersten Flügen starten.



 

   

Samstag, 27. Juni 2015

Vor ein paar Tagen bekamen wir einen großen Schrecken.
Das Falkenweibchen kam nicht zum Nest zurück. Das Männchen (in der Fachsprache Terzel) saß auf dem Pflaumenbaum und rief und rief. Aber seine Rufe verhallten. Als es dunkel wurde, war das Weibchen immer noch nicht zurück und wir nahmen das Schlimmste an. Womöglich war es von Krähen attakiert und getötet worden oder auf andere Art umgekommen. In der Nacht war es sehr kalt. Die Jungen saßen zusammengekauert. Der Terzel wachte in unmittelbarer Nähe auf einem Dachbalken. Wir fragten uns, ob er die Jungen weiter versorgen würde? Und wenn ja, war uns klar, dass er es niemals alleine schafft, sechs Küken durchzufüttern.
Wir telefonierten herum. Ein Falkner erklärte uns, wenn wir die Jungen herausnähmen, hätten wir sie sozusagen "am Hacken" und müssten sie komplett versorgen. Wir sollten beobachten, ob der Terzel sich auch alleine um die Jungen kümmert und könnten dann beifüttern. Wir besorgten im Reptilienhandel Gefrorenes. Zu unserer Erleichterung versorgte der Terzel die Küken am nächsten Tag. Und als er auf Jagd war, legten wir ihnen eine -  natürlich aufgetaute - Maus hin. Nach kurzer Zeit war sie restlos verspeist. Das nahm uns die Sorge, die Küken womöglich nicht durchzubekommen.
Am späten Nachmittag, ich hockte gerade im Beet und jätete, hörte ich einen zweiten Falkenruf. Kurz darauf segelte das Weibchen über meinen Kopf und landete in der Tanne. Der Terzel kam dazu und es gab eine von lauten Rufen begleitete Begrüßung.
Was dem Weibchen passiert ist, werden wir nicht erfahren.  Wichtig ist nur, dass die Familie wieder vereint ist.


 

Dienstag, 23. Juni 2015

In diesem Jahr ist es mir gelungen, bei den Hühnern zwei neue Farbvarianten zu züchten.
Zugegeben - es ist unbeabsichtigt passiert und daher nur durch Versuch und nicht gezielt wiederholbar.
In den beiden Kükengruppen gibt es jeweils zwei beinahe identische Farben, die so bei unseren Hühnern noch nicht vorgekommen sind.
Ich denke, der silber-schwarz-gesäumte Wyandotten-Hahn hat einen großen Anteil daran. Eine weiße Henne könnte die anderen Gene beigesteuert haben.
Falls jemand sich in Genetik auskennt, wäre ich dankbar für einen Hinweis.
Mir gefallen die zufällig entstandenen Farben sehr gut. Besonders die grau gesprenkelten. 


                                Küken, drei Monate alt





                                  Küken - sieben Wochen alt

Samstag, 20. Juni 2015

Die jungen Falken bilden immer noch ein Knäuel. So bleiben sie schön kuschelig warm, wenn die Mutter das Nest verlässt. Und so passen sie auch immer noch alle zusammen unter die Mutter. Da die Temperaturen wieder stark gefallen sind, ist das auch nötig.
Dennoch lassen sich die Jungtiere jetzt schon besser auseinanderhalten und tatsächlich sind es sechs Küken. Eines hatte sich gut unter seinen Geschwistern versteckt, als ich das erste Mal eine Blick auf sie werfen konnte.
Mehrmals täglich kann ich die Futterübergabe beobachten. Das Falkenmännchen fliegt auf eine Tanne, unweit des Hauses. Das Weibchen flattert zu ihm, übernimmt die Beute - meistens eine Maus - und bringt sie den Jungen. Bald wird sie mit auf Futtersuche gehen. Dann habe ich öfter die Gelegenheit, die Küken zu fotografieren.



  
 

Samstag, 13. Juni 2015

Die Falken sind geschlüpft

Das gehört zu den Dingen, die ich am Landleben so liebe. Die Wildtiere kommen bis ans Haus und lassen uns ein Stück weit an ihrem Leben teilhaben.
Bereits zum dritten Mal brütet ein Pärchen Turmfalken in einem ausgedienten Blumenkasten am Haus.
Nach den vier Wochen Brutzeit hatte ich den Schlupf der Küken in den letzten Tagen schon mit Spannung erwartet. Heute flog das Weibchen zum ersten Mal vom Nest. Ich nutzte die Gelegenheit für das erste Foto.
So wie es aussieht, sind es fünf Stück. Eventuell auch nur vier. Das lässt sich nicht so genau sagen, weil die Küken sehr eng liegen. Außerdem musste ich mich beeilen, weil die Alttiere jederzeit zurückkommen konnten. Nicht geladene Gäste werden ungerne am Nest gesehen.
Das ist schon ein recht großes Gelege. Eine Menge Arbeit für die Elterntiere. Obwohl die Turmfalken hauptsächlich Mäuse als Futtertiere erbeuten, verschmähen sie auch kleine Vögel nicht. Die Spatzen-Kolonie, die hier ihr Auskommen gefunden hat, wird in den nächsten Wochen sehr vorsichtig sein müssen.


Fortsetzung folgt...




 

Mittwoch, 3. Juni 2015

Die Gänse wachsen unglaublich schnell. Der Flaum weicht allmählich grauen und weißen Federn. Ich habe sie soweit abgenabelt, dass sie alleine in ihrem abgeteilten Auslauf bleiben. Wasser wird mehr und mehr begeistert angenommen.
Der Flaum der Gössel, die eine "echte" Gänsemutter haben, wird beim Hudern automatisch mit gefettet, so dass ihren Eltern sofort ins Wasser folgen können.
Das kann ich ihnen natürlich nicht bieten. Daher durften die Kleinen zunächst nur in einer Schale baden. Instinktiv beginnen sie gleich mit der Gefiederpflege, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen.
Inzwischen führe ich sie auch zum Teich und sie schwimmen mit Begeisterung. Auf mein Rufen folgen sie mir und ich zeige ihnen den kompletten Geflügelauslauf. Die Hühner finden sie äußerst interessant. Und auch unser Hund wird neugierig beäugt.
Bald werden sie selbstständig sein. Aber sie werden immer zahm bleiben.


   




Donnerstag, 14. Mai 2015

Frühjahr = Kükenzeit

Überall im Garten bauen die Vögel ihre Nester. Jedes Jahr hängen wir neue Kästen auf, weil es immer zu wenige sind.
Vor vier Jahren fanden sich hier die ersten Spatzen ein. Inzwischen lebt eine ganze Kolonie hier. In jedem Strauch, auf jedem Baum, auf den Zäunen, im Hühnerstall, in den Tränken - überall hocken und schwatzen und schnäbeln und schimpfen sie. Manche sehen so gut genährt aus, dass ich Sorge habe, sie könnten nicht mehr durch die kleinen Einfluglöcher der Kästen passen.
Wäre nicht der Turmfalke, der in unmittelbarer Nachbarschaft in einem ausgedienten Blumenkasten unter dem Dach unseres Hauses brütet, hätten sie hier das Paradies. Auch für Spatzen gilt:  nichts ist vollkommen.
Blaumeisen nisten in den kleineren Kästen, die an Stall und Scheune hängen. Rotschwänzchen und Schwalben nutzen die Holzbalken im Stall. Die Bachstelzen ziehen ihre Küken unter dem First des Hühnerstalls auf.






Meine Glucke ist ebenfalls fleißig mit dem Nachwuchs beschäftigt. Wie jedes Jahr führt sie ihre Küken mit großer Sorgfalt.



In diesem Jahr sind auch die Gänse auf den Hof zurückgekehrt. Nachdem uns Unbekannte vor 1 1/2 Jahren alle Gänse gestohlen hatten, konnte ich mich zunächst nicht zu neuen Gänsen entschließen. Doch ohne das Geschnatter fehlt auf dem Hof etwas. 
Nun bin ich als Gänsemutter gefordert, den Gösseln die Welt zu zeigen. Eine wunderbare Aufgabe.
Und der Stall ist inzwischen so sicher wie Alcatraz.